Informationsüberflutung? Ab ins Bett!
Wie Schlaf dabei hilft, irrelevante Informationen auszusortieren
Moderne Technologie bietet viele Vorteile, kann aber auch schädlich für unser Gehirn sein. Täglich erhalten wir Informationen nicht nur persönlich im Beruf oder im Freundeskreis, sondern auch über unsere Smartphones und Computer. Facebook, Twitter und andere Online-Plattformen überschwemmen uns ständig mit Fakten und Pseudo-Fakten und zwingen unser Gehirn so zum Multitasking.
Obwohl Multitasking mitunter als produktivitätssteigernd gepriesen wird, ist das Gegenteil der Fall: Multitasking beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Es erhöht die Produktion des Stresshormons Cortisol sowie des Kampf-oder-Flucht-Hormons Adrenalin, was wiederum unser Gehirn überstimulieren und zu Konzentrationsschwierigkeiten oder einer Beeinträchtigung unseres rationalen Denkens führen kann.
Beim Multitasking entsteht eine Dopamin-Sucht-ähnliche Rückkopplungsschleife: Das Gehirn wird quasi dafür belohnt, die Konzentration zu verlieren und ständig nach externen Reizen zu suchen. Ein weiteres Risiko moderner Technologien und des Multitaskings ist die Informationsüberflutung. Wir werden mit so vielen Daten und Reizen bombardiert, dass unser Gehirn sie nicht mehr verarbeiten kann.
Was können wir also tun, um den negativen Auswirkungen unseres modernen Lebensstils entgegenzuwirken? Die Antwort ist einfach: Schlafen gehen! Neurokognitive Funktionen wie das Kurzzeitgedächtnis und komplexe mentale Aufgaben, die Multitasking erfordern, sind besonders anfällig für Schlafmangel.
Im Schlaf durchläuft das Gedächtnis eine Art Aufräumprozess. Die neuronalen Verbindungen, die wichtige Daten sammeln, werden gestärkt, während jene, die aus irrelevanten Informationen entstehen, geschwächt werden, bis sie schließlich verschwinden.
Dieser essenzielle Reinigungsprozess, der während unseres Tiefschlafs stattfindet, ist der Schlüssel zur Vermeidung einer Gehirnüberlastung, da die meisten Informationen, die wir täglich erhalten, irrelevant sind und es keinen Sinn macht, sie zu speichern. Das Gehirn besitzt zwar eine enorme Speicherkapazität, benötigt dafür aber viel Energie. Selbst bei selektiver Datenspeicherung verbraucht unser Gehirn 20 % der von uns aufgenommenen Kalorien.
Am effizientesten ist es also nicht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, sondern tatsächlich zu schlafen!
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Quellen: Ana González-Rueda, Victor Pedrosa, Rachael C. Feord, Claudia Clopath, Ole Paulsen. Aktivitätsabhängige Herunterskalierung subthreshold synaptischer Eingänge während schlafähnlicher Aktivität in vivo. https://www.theguardian.com/science/2015/jan/18/modern-world-bad-for-brain-daniel-j-levitin-organized-mind-information-overload